Dortmund

Obwohl Dortmund wie eine erst im 20. Jahrhundert gegründete Großstadt wirkt, blickt die Metropole dennoch auf eine reiche und bewegte Vergangenheit zurück. Schon Karl der Große und Friedrich Barbarossa machten auf dem Stadtgebiet Station. Und dies hat einen gewichtigen Grund: Der sogenannte Hellweg führte dereinst durch die Häuserzeilen und machte deren Bewohner reich. Als bedeutsamer Handelsweg schon vor 5000 Jahren benutzt, verband der Hellweg Rhein und Elbe.
Im historischen Zentrum tragen die am meisten besuchten Einkaufsstraßen noch immer die Namen Osten- und Westenhellweg. Der Zweite Weltkrieg zerstörte große Teil der Stadt und so können Besucher nur wenige mittelalterliche Bauten bestaunen. Das wahrscheinlich schönste, historische Gebäudeensemble umarmt den Alten Markt. Hier reckt sich die weitum sichtbare Reinoldikirche in den Himmel. Das Gotteshaus wurde im 13. Jahrhundert erbaut und soll auf einem Vorgängerbau aus dem 9. Jahrhundert thronen. Wollen Reisende einen Rundblick über die Stadt genießen, sollten sie die Aussichtsplattform des Sakralbaus erklimmen. Gerade kurz vor Sonnenuntergang lassen sich stimmungsvolle Impressionen sammeln. Die gegenüberliegende Marienkirche gehört ebenfalls zu den wichtigsten städtischen Sehenswürdigkeiten. Dereinst wurde sie als größter Hallenbau Westfalens gepriesen.
Rund um den Alten Markt spielen sich jedes zweite Wochenende ausgelassene Szenen ab. Dortmund ist eine der Fußballhochburgen Deutschlands und so strömen die Anhänger der Borussia regelmäßig ins Stadtzentrum, um Erfolge und Titelgewinne zu feiern. Auch wenn im Westfalenstadion gerade kein Spiel stattfindet, zieht es täglich hunderte Besucher an. In der Nordostecke des größten Fußballstadions der Bundesrepublik kann seit 2008 ein beeindruckendes Museen bestaunt werden. Das “Borusseum” beleuchtet die Vereinsgeschichte der Schwarz-Gelben und stimmt hervorragend auf einen Kurzurlaub im fußballverrückten Ruhrpott ein. Um das sportliche Erlebnis perfekt zu machen, werden in einem stündlichen Turnus Stadionführungen angeboten.
Alles was Dortmund heute ist, verdankt es den Kohlevorkommen an Rhein und Ruhr. Darum dürfen es Urlauber auch keinesfalls versäumen, eines der Industriedenkmäler zu besuchen. Die Zeche Zollern gehört zum Ausstellungsreigen der Westfälischen Landesmuseen und entführt in das Reich der Kumpel. Wie wohlhabend die Bergwerksbetreiber dereinst waren, zeigt sich an der prunkvollen Auffahrt und den hübschen Jugendstilhäusern. Die Arbeitsabläufe der Bergleute werden anschaulich erläutert und vom neuen Förderturm aus verschafft man sich einen informativen Überblick.
In den Ausstellungsräumen der Museen werden regelmäßig Musikveranstaltungen abgehalten. Weil Fußball, Bergbau und Bier im Ruhrgebiet unauflöslich miteinander verbunden sind, lohnt das Brauerei-Museum einen Besuch. Auf 1600 Quadratmetern erfährt man in der ehemaligen Maschinenhalle alles Wissenswerte über die Kronen-Brauerei. Im nicht weit entfernten Adlerturm widmet man sich ausführlich der Stadtgeschichte und Kunstinteressierte zieht es ins Museum Ostwall. Grafiken von Pablo Picasso, Marc Chagall und Salvador Dali sowie die Arbeiten der Künstlergruppe “Blauer Reiter” bilden die Museums-Highlights.
Wem nach soviel Zeitgeschichte und Industriekultur der Sinn nach Natur steht, den zieht es in den Zoo. Auf einer Fläche von 28 Hektar leben 227 verschiedene Spezies und rund 1750 Tiere. Die Wege sind verschlungen und werden von einem dichten Blätterdach überspannt – nicht nur kindliche Tierfreunde fühlen sich deshalb im selbsternannten “Park unter den Zoos” wohl. Kleine Wanderungen und erholsame Spaziergänge sind indes auch im Westfalenpark möglich. Mit seinen 70 Hektar ist er eine der größten innerstädtischen Grünanlagen Europas und zieht an den Wochenenden tausende Erholungssuchende an. Zu den Sehenswürdigkeiten des Westfalenparks gehört das Deutsche Kochbuchmuseum, die Zeche am Busch sowie der Florianturm. Eine Parkeisenbahn lädt zur Rundfahrt ein und wer das satte Grün aus der Vogelperspektive genießen möchte, nimmt im Sessellift Platz. Die Gäste gleiten in gemächlichen 32 Höhenmetern durch die Lüfte und zu ihren Füßen gedeihen Blumenrabatte.
Das könnte dir auch gefallen